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Fachklinik für Rehabilitation in Bad Abbach
Diese Bewertung wurde erstellt von:
Ingo aus Ingolstadt/Deutscland am 09.02.2020
Klinikname:
Asklepios
Kurort:
Bad Abbach
Bundesland:
Bayern
Region:
Bayern
Kurdauer:
4 Wochen
Monat/Jahr:
Januar 2020
Kurart:
Anschlussheilbehandlung
Fachgebiete: Erkrankungen des Bewegungsapparates (Orthopädie)
Die Kurklinik
Von der Rezeption kommt man auf die 4 recht großen Stationen, die stark an ein Krankenhaus erinnern. Für ältere Patienten ist das Haus zu groß und zu unübersichtlich. Der verwinkelte Bau mit seinen verschiedenen Ebenen verführt zum verlaufen. Gerade mit eine Gehbehinderung, mit teils eng getakteten Behandlungsterminen sehr anspruchsvoll. Der Eindruck beim Betreten des Hause ist nüchtern und hell, die langen Flure sind dann nur noch sachlich. Für Patienten mit Gehbehinderung sind die Wege SEHR! lang. Ein "Fahrdienst" für Rollstühle kann bestellt werden.Eine Bibliothek, sowie einen Waschraum mit Trockner steht zur Verfügung. Die Außenanlagen wie der Kurpark laden zum Spazieren gehen ein und sind sehr schön. Die Einzelzimmer sind sachlich praktich mit Fernseher, Telefon, aber ohne WLAN. Das WLAN kostet pro drei Wochen 20 Euro!!, pro angemeldetes Gerät. Bei fünf Wochen Aufenthalt habe ich allein für das WLAN 60 EURO für Übertragungsraten die gerade einmal WhatsApp zulassen, bezahlt. Dies ist sicherlich nicht mehr Zeitgemäß. Das Klientel setzt sich überwiegend aus orthopädischen Patienten (Hüfte, Knie, Sprunggelenk...)und aus dem rheumatischen Formenkreis.
Zimmer
Die ausreichend großen Zimmer sind sehr zweckmäßig eingerichtet. Das Krankenbett ist elektrisch verstellbar und mit einer billigen Krankenhausmatratze ausgestattet. Der kleine Balkon ist schön. Ein Klappstuhl steht zur Verfügung. Die WLAN-Nutzung ist wie oben Beschrieben, sehr teuer. Neben der Schreibecke gibt es einen kleinen Kühlschrank. Der Flachbildfernseher bietet eine sehr eingeschränkte Senderwahl. Einige SKY-Programme sind vorhanden. Allerdings muss bei jedem Umschalten der Code neu eingegeben werden. Zeppen ist somit fast unmöglich. Das Duschbad ist übersichtlich und in die Jahre gekommen. Die Dusche hat eher den Flair der 90ger Jahre Hilfsmittel wie Toilettensitzerhöhung oder langer Schuhlöffel sind vorhanden.
Lage/Umgebung
Bad Abbach ist ein eher unattraktiver Ort. Die Einkaufsmeile ist eher nicht vorhanden. Zu Aldi und Co muss man mit dem Auto fahren (ca 1,5 km). Im Kurhaus gibts ein Tanzcafé, was eine der wenigen Abwechslungen darstellt. Es gibt eine Minigolfanlage, die Kaisertherme die am Wochenende maßlos überfüllt hat auch schon bessere Zeiten gesehen und ist eher für ältere Leute ohne großen Wellnessanspruch. Es besteht die Möglichkeit, nach Regensburg zu fahren. Regensburg ist eine schöne uns sehenswerte Stadt. Eine Reise dorthin lohnt sich.
Therapie
Ich war nach einer Hüft-OP in der Reha-Klinik. Die Therapien RAD/Cardio, Krankengymnastik, Lymphdrainage und Schlingenkäfig waren allesamt adäquat und entsprachen dem Standard anderer Häuser.
Die Therapeuten waren sehr nett und zuvorkommend und haben stehts zum wohle des Patienten gearbeitet. Es wurde versucht mit Witz und Kommunikation die einzelnen Behandlungen abzuarbeiten.
Verpflegung
Im Haus können an Wasserleitungsstationen zur Verfügung gestellte Wasserbehälter kostenlos aufgefüllt werden.
Das Essen war eine reine KATASTROPHE!!
Hier wird sehr sehr deutlich, dass Asklepios ein großer Konzern ist, der auf Gewinnmaximierung bedacht ist. Ohne Rücksicht auf den Konsumenten.
Die Semmeln zum Frühstück sind billigste Supermarktware die nur aufgebacken werden. Beim Aufschneiden hat man mehr Semmelbrösel auf dem Teller als noch in der Hand. Entsprechend ist die Qualität. Nach vier Wochen Aufenthalt entspricht dies 28 mal Frühstück. Und zwar 28 mal dasselbe. Null Abwechslung. Die schlechte Qualität der Päckchenwurst und der kleinen Plastikmarmeladen und Aufstrichen ist nicht einmal mehr auf Jugendherbergenniveau.
Die Auswahl besteht oftmals aus Tiefkühlware mit geschwefelten Nahrungsmitteln. Wenigstens ein- bis zweimal pro Woche könnte ein Frühstücksei drin sein. Frischer Obstsalat ist nicht möglich. Auch dass Mittag- und Abendessen ist oftmals unter einem normalen Kantinenniveau - ohne eine Haubenküche zu erwarten.
Selbst der Saft zum Frühstück ist billigstes Zuckerwasser. Gesunde Ernährung steht hier nicht im Vordergrund.(Obwohl natürlich die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten werden. Auf diese wird auch im Standardaushang am Eingang hingewiesen). Aber der Konzern spart hier eisern auf Kosten der ausgelieferten Patienten. Viele Patienten nutzen die Angebote in der Nähe, um Essen zu gehen. Allerdings muss man erwähnen, dass hier die Küche nicht viel dafür kann. Die Konzernvorgaben der Asklepiosleitung sind hier sehr eng. Und aus minderwertiger Ware, kann auch der beste Koch keine hochwertige Mahlzeit zubereiten. Dann wäre er nicht Koch, sondern Zauberer. Der neue Betriebsleiter ist sehr bemüht und versucht Schadensbegrenzung im Gespräch mit den Patienten zu betreiben. Dies ist sehr löblich und erfordert oftmals große Geduld, da der man an der "Front" alles abbekommt, aber nicht immer etwas dafür kann.

Bei Rund 80 Essen in vier Wochen sollte sich die Konzernleitung wirklich überlegen, ob diese schlechte Mundwerbung notwendig ist. Evtl. sollte ein Teil der Marketingmittel in besser Speisenqualität investiert werden. Mundpropaganda ist bekanntlich die beste Werbung.
Fazit Verpflegung:
Sehr schlecht!! (hier braucht auch keiner mit den Floskeln kommen: "wir sind stehts bemüht den hohen Qualitätsstandart unserer Küche blah blah blah. Macht es einfach besser).
Freizeitmöglichkeiten
Mit Ausnahme einiger Film-und Singabenden ist in der Klinik nicht viel geboten.
Das teure selbst zu zahlende WLAN ist sehr Leistungsschwach. Streaming über Internet ist nicht möglich. (Zumindest nicht in den Zimmern im EG Bereich 1). Die Sportgeräte und das sehr kleine Schwimmbad können auch nach den Therapiezeiten bis zum Abend selbstständig genutzt werden.
Bei fliegenden Händlern können Ledertaschen, Geldbeutel, Aromakerzen oder Dinkelkissen erworben werden.
Ein kleiner Shop für Rehautensilien ist im Hause stundenweise geöffnet.
Personal und sonstige Leistungen der Kurklinik
Für die Therapeuten, Schwestern und das Reinigungspersonal muss ich höchsten Respekt zollen.
Ich habe in vier Wochen niemanden erlebt, der unfreundlich oder abweisend gewesen wäre. Alle Mitarbeiter waren stehts bemüht, im engen Korsett der Klinikvorgaben, optimal zu arbeiten.
Dass eine Schwester gestresst sein muss, wenn sie ALLEINE!! für mehr als 60!! Patienten zuständig ist, versteht sich wohl von selbst. Bei den netten Schwestern klingelt das Telefon natürlich ständig. Von Seiten des Arbeitgebers wird wieder auf Gewinnmaximierung geachtet. Zulasten des Personals (und letztendlich dem Patienten), welches hinter vorgehaltener Hand sehr ausgebeutet wird.
Aufgrund Personalmangels vielen oftmals Therapien aus und der Plan wurde immer wieder angepasst.
Tipps, Erfahrungen und Empfehlungen
Leider wird die positive Arbeit des Personals durch die Rahmenbedingungen des Hauses zunichte gemacht.
Die Mahlzeiten sind letztendlich eine Zumutung bei drei oder vier Wochen Aufenthalt. Wir sprechen hier nicht über ein einmaliges schlechtes Essen an einer Autobahnraststätte.
Die Lautstärke in der Speisehalle mit mehreren Hundert Personen ist oftmals so laut, dass man sich am Tisch nicht unterhalten kann.
Pünktlich um 18.00 Uhr wird man aufgefordert den Speisesaal zu verlassen, da Feierabend ist. (verständlich, da die Damen die Überstunden ja auch nicht bezahlt bekommen).
Die Öffnungszeiten der Cafeteria sind eine Frechheit. Um 19.00 Uhr schließt die einzige Möglichkeit im Hause, sich auf einen Kaffee mit Besuchern zusammen zusetzen. Man kann sein erworbenes Getränk, dann im Gang neben der Treppe austrinken. Bei meinem Besuch habe ich mich regelrecht geschämt.
Geht man außer Haus und lässt sich zum Essen nach Regensburg fahren, muss man allerdings um 22.30 Uhr wieder zurück sein. Ansonsten ist der Tempel verschlossen. Nur über Umwege bei der Nachtschwester kann man dann Zutritt zur Klinik erlangen. Rauchen von 22.30 Uhr bis 06.00 Uhr ist nicht. Das hat eher etwas von Kindergarten als Umgang mit Erwachsenen.
Die Matratzenqualität der elektrischen Krankenbetten ist unterdurchschnittlich.
Allerdings darf man eine eigene Matratze auflegen.
Am Samstag und Sonntag stehen an den Wasserpoints oftmals keine Thermoskannen zur Verfügung. Dann besteht für den Gehbehinderten Patienten keine Möglichkeit sich einen Tee odgl. zuzubereiten. Auf Anfrage bei der Schwester ob man eine Kanne haben kann, bat sie mich verzweifelt hier eine Beschwerde ans Management zu schreiben, da der Umstand schon oft erfolglos moniert wurde. TRAURIG!
Die Vorträge sind Rhetorisch, Methodisch und Didaktisch ein Grauß. Teilweise wurde noch mit Folien gearbeitet. Oder bei einem Vortrag konnte der Vortrag über das System nicht aufgerufen werden (Mangelnde Vorbereitung der Ärztin). Letztendlich sind die Vorträge (nicht die Inhalte) sehr schlecht und billig gemacht.
Bei der Begrüßung wurde mit weißem Mauszeiger auf weißem Untergrund mit minikleinen Bildern die Klinik erklärt. Ein Laserpointer ist sicherlich keine unerschwingliche Anschaffung. Schüler in der achten Klasse bekommen für einen derartigen Vortrag die fünf.
Die einzelnen Räume der Therapeuten sind schon in die Jahre gekommen und bedürfen eine Grundsanierung.
Lob gilt den Therapeuten die sehr engagiert, individuell im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, zum Patientenwohl gearbeitet haben. Hierfür vielen DANK!!
Abschließen muss man feststellen das in der Klinik der Konzern Asklepios im Vordergrund steht und sich der Betriebswirtschaft einiges unterordnen muss.
Hier habe ich nur rund 100 km südlicher weitaus positivere Erfahrungen gemacht. Es gibt Rehakliniken die eher Hotelcharakter als wie Krankenhausatmosphäre versprühen. Also: Augen auf bei der nächsten Klinik Wahl!
Zusammenfassung
Die Kur wurde ärztlich
verordnet
Die Kur war lt. Verfasser erfolgreich Bisherige Anzahl an Kuren des Verfassers Der Verfasser benotete die Kurklinik mit
ja ja 3 mal 5 mangelhaft
Fazit des Bewerters
Der Bewerter würde die Kurklinik weiterempfehlen: nein
 
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